Erstmals für kollektive Verteidigung: Nato setzt ihre Eingreiftruppe ein – Pressemitteilung

Nach einer außerordentlichen Sitzung hat der Nato-Militärausschuss am Montag die Entsendung von Elementen der Eingreiftruppe des Bündnisses angekündigt. Das geht aus einer entsprechenden Pressemitteilung hervor. „Die Verteidigungspläne der Nato wurden umgesetzt, was zum ersten Mal den Einsatz von Elementen der Nato-Reaktionsstreitmacht im Kontext der kollektiven Verteidigung zur Folge hatte“hieß es. Zudem habe die Allianz ihre Verteidigungsposition im östlichen Teil des Bündnisses mit mehr Land- und Luftstreitkräften sowie Seestreitkräften im gesamten Nato-Gebiet verstärkt, lautet die Mitteilung.

„Unsere Vorbereitungen waren rechtzeitig und unsere Reaktionen schnell, so dass unser Verteidigungsschild stark ist und bereit, alle Verbündeten und unser Bündnis vor Angriffen zu schützen und zu verteidigen“, sagte der Vorsitzende des Militärausschusses der Allianz, Admiral Rob Bauer.

https://www.nato.int/cps/en/natohq/news_192544.htm?selectedLocale=en

Ende 2002 hatten die Staats- und Regierungschefs der Allianz den Aufbau einer schnellen Eingreiftruppe beschlossen. Die Nato-Reaktionsstreitmacht (NRF) stellt sich aus mehreren nationalen Truppen zusammen. Aktuell besteht sie aus 40.000 Soldaten. Nach Informationen der „Südwest Presse“-Zeitung hatten die Nato-Mitgliedsstaaten angekündigt, mehr Kräfte zur Verteidigung der Ukraine bereitstellen zu wollen. Demnach soll Frankreich 500 Soldaten, gepanzerte Fahrzeuge und Kampfmittel nach Rumänien schicken. Belgien schickt 300 Soldaten in das Land. Deutschland stellt nach Angaben aus der Vorwoche für die schnellste Eingreiftruppe des Bündnisses derzeit rund 750 Kräfte.

Der Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat am Montag mit dem ukrainischen Präsidenten Wladimir Selenski gesprochen und ihm die Unterstützung des Sicherheitsbündnisses versprochen. Stoltenberg berichtete auf Twitter von dem Dialog:

„Ich habe gerade mit dem Präsidenten Selenski gesprochen und den Mut des Volkes und der Streitkräfte der Ukraine gelobt. Nato-Partner verstärken ihre Unterstützung mit Luftverteidigungsraketen, Panzerabwehrwaffen sowie humanitärer und finanzieller Hilfe.“

Stoltenberg kündigte bereits an, dass die Nato im Zuge des Ukraine-Konflikts zusätzliche Verteidigungskräfte nach Osteuropa verlegt. Ein Verteidigungsplan soll aktiviert werden, der den Einsatz von Einsatzkräften in den Bündnisländern zum Schutz der Verbündeten vorsieht. Er erklärte, dass sich keine Nato-Truppen in der Ukraine befänden und es auch nicht geplant sei, sie dort einzusetzen.

Am Donnerstagmorgen hatte der russische Präsident Wladimir Putin in seiner Ansprache an die Bürger Russlands den Beginn einer Sondermilitäroperation zum Schutz der Donbass-Republiken Lugansk und Donezk verkündet. Die Ukraine rief daraufhin den Kriegszustand aus. Der russische Präsident versicherte, dass Moskau keine Pläne habe, die Ukraine zu besetzen. Es gehe nur um ihre „Demilitarisierung und Entnazifizierung“. Zu den Zielen zählten ausschließlich Objekte der Militärinfrastruktur, die zivile Bevölkerung habe nichts zu befürchten, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit.

Kritisches Netzwerk

Ingo Trost

Ingo Trost (*31. Mai 1974 ursprünglich aus Arnsberg) ist ein deutscher freiberuflicher Journalist und Inhaber Kritisches Netzwerk und K-Networld.

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: