Storytelling für Datenwissenschaften – wichtiger als Vielen bewusst ist

Ich stolperte auf LinkedIn über einen genialen Beitrag vom Data & Analytics Magazin der mich zu sehr vielen Gedankengängen inspirierte, was ich hier versuche mit seiner Komplexität in einem vernünftigen Artikel zu erläutern.

Eingangs ein Video zum Storytelling des Magazins:

In der Datenwissenschaft geht es darum, mit Daten Geschichten zu erzählen. Jeden Tag werden wir mit Daten aus allen möglichen Quellen überschwemmt: soziale Medien, Sensoren, Umfragen, Finanzdaten usw. Die Herausforderung für Datenwissenschaftler besteht darin, die Geschichte in all diesen Daten zu finden und sie auf eine klare und leicht verständliche Weise zu vermitteln.

An dieser Stelle kommt das Geschichtenerzählen (Storytelling) ins Spiel. Indem wir mit Daten Geschichten erzählen, können wir es den Menschen leichter machen, komplexe Konzepte zu verstehen und die Beziehungen zwischen verschiedenen Informationen zu erkennen. In der Datenwissenschaft geht es darum, diese Beziehungen zu verstehen und Muster in den Daten zu finden. Das Erzählen von Geschichten hilft uns, diese Erkenntnisse auf eine Weise zu vermitteln, die jeder verstehen kann.

Das ist nicht nur in wissenschaftlicher oder wirtschaftlicher Betrachtung von unschätzbarem Wert, sondern auch im sozialen und politischen Aspekten. Sind doch auch hier die Grenzen verschmelzend! Das Eine hat immer Einfluss auf das Andere und viele Menschen sind nicht in der Lage, Daten auszuwerten und in komplexe Zusammenhänge zu bringen.

Ein sehr gutes Beispiel im Rahmen von gesellschaftlichen und politischen Aspekten und dem Storytelling, ist hier Volker Pispers zu nennen. Es ist schon eine Art Kunst wie er es schafft, Gegebenheiten aus der Vergangenheit, Zukunft und Zusammengehörigkeiten in seinem Kabarett zu interpretieren. Damit hatte er es grundsätzlich geschafft, schwierige und komplexe Themen, einer breiten Masse verständlich und vor allem verdaulich zu präsentieren.

Eine weitere grandiose Perönlichkeit zum Thema Storytelling war Vera F. Birkenbihl. Sie war die Leiterin des Instituts für gehirn-gerechtes Arbeiten und eine der ganz Großen der Seminar-Szene. Ihre Themenbereiche waren vor allem Brain-Management, d.h. denken, lehren, lernen und Zukunftstauglichkeit. Sie galt als anerkannte Trainerpersönlichkeit, nicht zuletzt, weil sie ihren Stoff selbst entwickelte und systematisch aktualisierte, sondern auch, weil sie ebenso konsequent neue Themen erschloss. Über eine halbe Million Menschen haben ihre Vorträge und Seminare besucht. Die Gesamtauflage ihrer Bücher, CDs und DVDs liegt inzwischen bei über 3 Millionen. Um ein kleinen Einblick in ihren brillanten Geist zu erhalten, habe ich hier mal eines Ihrer besten Videos eingefügt:

Gerade jetzt, wo sich die Welt “auf den Kopf gestellt” anfühlt und die Medien das Storytelling auf einer Art und Weise verwenden, indem sie sich ganz gezielt Daten und Fakten aussuchen, damit sie zu “ihrer bereits fertigen Geschichte” passen, ist es umso wichtiger, dass es Menschen gibt, die sich der richtigen “Daten und Fakten” bedienen, um dann die richtigen Geschichten zu erzählen! Und das werden immer weniger. Aus meinen beiden Beispielen ist es ja so, dass einer aufgehört hat, bevor er vom Mainstream und der indoktrinierten Gesellschaft zerfetzt wird und die Andere ist leider 2011 bereits verstorben.

Schlagen wir eine Brücke von Storytelling und Datenanalyse zur Philosophie

Jemand, der „philosophiert (ein Philosoph), ist also “ (ein Philosoph), ist also dem Worte nach:

  • … jemand, der das Wissen liebt
  • … jemand, der sich um jemanden bemüht,, der sich um Weisheit bemüht
  • … jemand, der sachkundige Urteile schätzt
  • … jemand, der auf der Suche nach jemanden ist, der auf der Suche nach der Wahrheit ist

Was hat jetzt Philosophie mit Storytelling oder Datenanalyse zu tun?

“Philosophisches Denken” zeichnet sich durch das Bemühen aus, das Nachdenken von seinen Voraussetzungen und Vorurteilen zu befreien oder diese zumindest offen zu legen. Das beinhaltet das Nutzen aller zugrunde liegenden Daten und Fakten und nicht “das selektive Nutzen” dessen! Die Selektion entsteht durch genau diese Vorurteile, die grundsätzlich mit einfließen. Gerade bei unseren Medien. Und da ich eingangs erwähnte, dass “das Eine immer Einfluss auf das Andere hat”, ist hier ein deutlicher Bezug zur Philosophie und die Auswirkungen auf die gegenseitige Beeinflussung gegeben. Datenanalyse und das daraus folgende Storytelling ist nichts anderes als Philosophie und wie sie zur Zeit hauptsächlich umgesetzt und unhinterfragt bleibt, ist “eine gefährliche kulturelle und gesellschaftliche Entwicklung”.

Einer der größten Philosophen und gerade wenn es um Politik geht, war Konfuzius. An seinem Beispiel kann man hervorragend betrachten wie Daten und Fakten in klar verständliche Philosophie, ja in Storytelling umgesetzt wurde. Und das komplett Vorurteilsfrei! Jede Philosophie, jede erzählte Geschichte, die nicht hinterfragt wird und mit den vorhandenen Daten und Fakten abgeglichen wurde, kann verheerende Folgen haben! Schauen wir uns doch die erzählten Geschichten der angeblichen aktuellen Pandemie an. Und dann gibt es Menschen, die sich darin verstehen die ganzen Daten und Fakten heranzuziehen und damit abzugleichen. Diese müssen dann leider feststellen, dass erstens, schon gar nicht alle Daten bereitgestellt oder überhaupt erhoben wurden (aus gutem Grund) und die erhobenen Daten selektiv zur erzählten Geschichte angewendet (selektiert) wurden.

Storytelling und die Wissenschaft

Die moderne Verunstaltung des Storytellings, der Philosophie deckt sich mit der “fehlenden Evidenz” in der Wissenschaft. Es sind hier in der Wissenschaft so viele Grundlagen, die immer noch nur auf Vermutungen basieren, da ist es notwendig, das Storytelling der fehlenden Evidenz anzupassen. Ein Teufelskreis! Was man mit nach streng wissenschaftlichem Vorgehen mit den geforderten Gegenproben nicht validieren kann, muss man mit der angepassten Philosophie in die Köpfe der Allgemeinheit brennen. Da dürfen sich nun die dafür verantwortlichen Menschen nicht über das sinkende Bildungsniveau der Masse auslassen. Denn genau das ist das Resultat aus all dem Und das aller Schlimmste daran ist, dass es Universitäten, Thinktanks und Medien sind, die unsere Kultur und Gesellschaft so enorm verblenden und verdummen. Keine einfache Zeit für Menschen mit analytischem Denken und der Moral, falsche Geschichten an die Oberfläche zu holen um das Gegenteil zu beweisen! Ob diese Problematik nun eine intellektuelle, oder aber moralische Frage ist, kann ich abschließend nicht genau beantworten. Vielleicht ist es sogar eine Mischung von beidem?

„Nur die Lüge braucht die Stütze der Staatsgewalt. Die Wahrheit steht von alleine aufrecht.“

Thomas Jefferson

„Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher.“

Bertold Brecht

Und noch ein Storytelling als gutes Beispiel und mit eigenem Hintergedanken meinerseits zu gutem Schluss:

Quelle: Data & Analytics Magazin

Kritisches Netzwerk

Ingo Trost

Ingo Trost (*31. Mai 1974 ursprünglich aus Arnsberg) ist ein deutscher freiberuflicher Journalist und Inhaber Kritisches Netzwerk und K-Networld.

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: